Burg, Schloss oder Haus Blomendal? Der Bremer Lehrer und Heimatkundler Lüder Halenbeck (1841 - 1895 ) befasst sich in seiner Abhandlung über Blumenthal ausführlich mit der Geschichte des Rittersitzes Blomendal Er verwendet dabei recht willkürlich die Begriffe Schloss, Burg oder Haus Blomendal... Nicht ohne Grund... In alten Akten und Protokollen wird die 1354 erbaute Burg Blomendal unter verschiedenen Bezeichnungen benannt. Nach einer Urkunde vom September 1380 verpflichten sich die Inhaber von Blomendal, ihr "Slot" (Schloss) für Bremer offen zu halten. Hier die Textstelle: "Wy Hinrik van Oumunde (es folgen weitere Namen von Rittern und Knappen) bekennet und bethuget (bezeugen) ... dat unze slote tho Blomendale unde Hude....open slote wezen..."
Ganz offensichtlich wird hier der Begriff Schloss im Zusammenhang mitt verschlossen, also militärisch befestigt benutzt.

Burg Blomendal RückansichtIn der Verkaufsurkunde zwischen den Rittern von der Borch und dem Bremer Rat von 1436 heißt es "dat slot Blomendale" werde dem Rat überlassen. 1577 erhielt Bürgermeister Dr. Erich Hoyer das "Huß Blomendall" auf 2o Jahre vertraglich zugesichert. In den schwedisch-bremischen Kriegen 1654 und 1666 galt Blomendal als "Festes Schloß", weshalb es auch wiederholt von Kriegsunruhen berührt wurde.

Als die Schweden 1672 verlangten, dass "ein Obrist zu Fuß im Ambt Blomendal logiret werde" lehnte Bremen mit dem Hinweis dies Ersuchen ab: Haus Blomendal "alz eines Edelmanns-Hauß" sei im ganzen Herzogtum von Einquartierung frei.

Als Beleg für die hier gewählte Bezeichnung "Burg Blomendal" lässt sich der seit dem frühen 15. Jahrhundert gesicherte Eigenname "Burgwall" für den Sattelhof heranziehen. In diesem Dokument von 1403 heißt es : "..verpfändeten die Ritter zu Stedinge den freyen Sattelhof geheten Borchwall, so belegen bouwen den Blomendale" Der Sattelhof lag unmittelbar unterhalb der ersten Burg Blomendal, die 1305 zerstört wurde.

Festzuhalten ist, dass ähnliche Gebäude in der Umgebung die Bezeichnung Burg tragen: Burg zu Hagen, Burg Bederkesa, Witteborg. Der Ortsname Burg( Lesum) hält die Erinnerung wach an eine seit dem 13. Jahrhundert verbürgte Burg am Übergang der Lesum. Für die Bezeichnung Burg Blomendal spricht auch die Tatsache, dass umgangssprachlich von Burghof, Burggraben, Burgmauer, Burgfest, Burgherr, Burgfräulein im Zusammenhang mit Blomendal gesprochen wird.

Mittelalterliche Burgen zur Eroberung oder Sicherung der Landesherrschaft waren in der Niederung ähnlich angelegt. Graben, Graft oder Fluss waren der hauptsächliche Schutz (Delmeburg bei Delmenhorst, Dammgut Ritterhude). Wenn es das Gelände zuließ (Geest!) folgte als weiterer Schutz ein Erdwall oder - wie in Blomendal - eine Wehrmauer. In etwas freier Auslegung kann also auch von einer Wasserburg gesprochen werden.

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